Frans Claes Vize-Staatsmeister
Malmedy – Am vergangenen Sonntag fand im Ardennenort Malmedy die belgische Meisterschaft im Cross-Country-Marathon (XCM) Mountainbike statt. Der Bewerb “Raid des Hautes Fagnes” bestätigte erneut ihren Ruf als eines der härtesten und schönsten Mountainbike-Rennen Belgiens – und in diesem Jahr wurde die Herausforderung durch die brütende Hitze noch größer. Der Gravel-Spezialist Kevin Panhuyzen holte Bronze, Kletterziege Frans Claes sicherte sich Silber, und der amtierende belgische Meister Wout Alleman kehrte wie im Vorjahr mit dem Trikot in Landesfarben nach Hause zurück.
Die belgische Meisterschaft im Mountainbike-Marathon war das Sahnehäubchen der 25. Ausgabe der legendären Raid des Hautes Fagnes. Unter einer sengenden Sommersonne erwartete die Teilnehmer eine äußerst anspruchsvolle Strecke: 113 Kilometer und über 3000 Höhenmeter über raues Terrain.
Die Bedingungen waren alles andere als gnädig. Mit Temperaturen, die schon am frühen Morgen über 30 Grad stiegen, wurde die Meisterschaft nicht nur zu einem körperlichen Härtetest, sondern auch zu einem mentalen Kraftakt. Viele Fahrer mussten das Rennen vorzeitig beenden – sei es wegen Überhitzung oder technischer Probleme auf der fordernden Strecke mit steilen Anstiegen, rasanten Abfahrten und felsigen Passagen.
Unter diesen extremen Bedingungen krönte sich Alleman verdient zum belgischen Meister. Er fuhr ein beeindruckendes Rennen und ließ unterwegs keinen Zweifel an seiner Überlegenheit. Frans Claes, eine feste Größe im Marathon-Zirkus und dreifacher belgischer Meister, lieferte trotz Rückschlägen eine starke Leistung. Nach einer Erkältung in der Woche zuvor musste er einige Tage vom Rad bleiben. Dennoch stand er am Sonntag hochmotiviert am Start.
„Eine Meisterschaft ist immer ein besonderes Rennen. Und gerade dieses Jahr – 113 Kilometer, 3000 Höhenmeter, Temperaturen über 30 Grad – versprach es eine echte Prüfung zu werden“, so Claes. „Erst am Sonntagmorgen fühlte ich mich wieder wettkampftauglich, obwohl ich damit rechnete, dass mir ein paar Prozent fehlen würden. Diese paar Prozent haben heute gefehlt, um um den Titel mitzufahren. Aber ehrlich gesagt: Wout war bärenstark und ein verdienter Sieger.“
Claes hielt sich wacker in der Spitzengruppe, bekam aber in der letzten Rennstunde durch die Hitze große Schwierigkeiten. So musste sich der aus Leuven stammende Fahrer mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Dennoch überquerte er mit gemischten Gefühlen die Ziellinie. „Es wurde ein Kreuzweg bis zum Ziel in Malmedy. Zudem hatte der Zieleinlauf für mich eine emotionale Bedeutung, denn vielleicht war dies meine letzte belgische Meisterschaft. Oder mache ich doch noch ein Jahr weiter? Fortsetzung folgt“, sagte er mit einem Lächeln.
Mit seiner starken Leistung unterstreicht Claes erneut seinen Platz in der Spitze des belgischen Marathon-Mountainbikings – und so bleibt die Frage offen, ob wir ihn im nächsten Jahr wieder am Start der belgischen Meisterschaft sehen werden. Claes wird diesen Sommer 42 Jahre alt.

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